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Gemeinde Halfing im Landkreis Rosenheim  |  E-Mail: verwaltungsgemeinschaft@halfing.de  |  Online: http://www.halfing.de

Zukunftsforum der Leader-Aktionsgruppe

Leader Zukunftsforum (Foto: Inge Graichen)

Die bisher 16 Gemeinden der Leader-Aktionsgruppe „Chiemgauer-Seenplatte“ wollen ihre Arbeit zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung der Region im Rahmen des EU-Programmes Leader in der neuen Förderperiode bis 2020 fortsetzen und sich zusammen mit acht weiteren Gemeinden mit einem neuen Regionalen Entwicklungskonzept um die Wiederaufnahme in das EU-Förderprogramm für den ländlichen Raum bewerben. Mit der Erstellung des nach Leader-Vorgaben gegenwärtig Lokale Entwicklungsstrategie genannten Konzepts wurde das im Bereich Regionalentwicklung sehr erfahrene Büro Grontmij aus München beauftragt. Doch ist für Leader die Einbeziehung der Bürger in allen Phasen charakteristisch; das Konzept muss im Prozess der Erarbeitung immer wieder von den Aktiven in den Gemeinden überprüft und ergänzt werden.

In einer ersten „Strategiewerkstatt“ hatte ein engerer Kreis von Gemeindevertretern Schwerpunktthemen herausgearbeitet, die für die Region aktuell und in Zukunft von besonderer Bedeutung sind. Das Team des Planungsbüros Grontmij hatte daraus Entwicklungs- und Handlungsziele formuliert und die Projektideen dazugestellt, die bisher schon von Leader-Akteuren gekommen waren. Im „Zukunftsforum“ in Obing konnten nun unter großer Beteiligung von Bürgern aus dem ganzen Gebiet der „Chiemgauer-Seenplatte“ das Zielsystem und angedachte Projekte überprüft und teilweise mit weiteren Projektideen ergänzt werden.

In den vergangenen Leader-Perioden hatten Vorhaben zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur eine große Rolle gespielt. Für die Teilnehmer des Zukunftsforums war klar, dass hier auch für die Zukunft ein wichtiges Handlungsfeld liegt, zumal die neu hinzugekommenen Gemeinden einen ähnlichen Stand erreichen wollen wie die jetzt schon zum Leader-Gebiet Chiemgauer-Seenplatte gehörenden, z.B. durch die Umsetzung des einheitlichen Wegekonzepts zur Optimierung des Rad- und Wanderwegenetzes im Gesamtgebiet. Dem zu Grunde liegen müsse die Darstellung der Chiemgauer-Seenplatte als spezifischer Gesamtraum, war die vorherrschende Meinung. Zum anderen soll noch mehr als bisher darauf geachtet werden, dass Maßnahmen zur Stärkung des Tourismus auch den Einheimischen zu Gute kommen. Betont wurde aus dem Publikum nochmals der Bedarf an barrierefreien Angeboten aller Art, mit denen dann aber auch geworben werden müsse. Der Geschäftsführer der Chiemgauer Lokalbahn Endorf-Obing forderte eine verbesserte Vermarktung der Nostalgiebahn durch die Tourismusinstitutionen der Region.

Der größte Teil der bereits vorliegenden und der im Zukunftsforum vorgeschlagenen Projektideen zu dem Entwicklungsziel Sicherung und Entwicklung der Natur- und Kulturlandschaft bei gleichzeitigem Erhalt des regionaltypischen Landschaftsbildes bezog sich auf „Maßnahmen zur schulischen und außerschulischen Bewusstseinsbildung und Sensibilisierung für das eigene Natur- und Kulturerbe“ , so das Handlungsziel. Beispielsweise wurde ein Naturpavillon mit Umweltausstellungen gewünscht, die Organisation von Obstaktionstagen an Schulen, Schaubienenstände an öffentlichen Orten, ein Fischereilehrpfad und ähnliches. Unmittelbaren Einfluss auf die Landschaft könnten Renaturierungsprojekte für Biotope wie z.B. Moore haben, ebenso die Unterstützung der Streuobstinitiative Chiemgau, die sich die Erhaltung der Obstanger an möglichst vielen Stellen im Chiemgau zum Ziel gesetzt hat.

Im Bereich Wirtschaft wurde als ein Handlungsziel „Maßnahmen zur Verbesserung regionaler Vermarktungsstrukturen, insbesondere landwirtschaftlicher Produkte“ formuliert, und die Teilnehmer des Zukunftsforums nannten auch gleich Beispiele wie den Chiemgauer Kartoffelmarkt, den es zwar schon gebe, der aber dringend professionalisiert werden müsste. Strukturen sollten gestaltet werden, die es Veranstaltern von Vereinsfesten erleichterten, heimische Produkte zu verwenden. In dem Zusammenhang wurde auch angesprochen, es wäre sinnvoll, für Dorfwirtschaften, die inzwischen öfters in kommunaler Hand sind, ein gemeinsames Büro zu schaffen, das z.B. den regionalen Einkauf organisieren könnte. Weitere Vorschläge im Bereich Wirtschaft bezogen sich auf Angebote der außerschulischen Bildung und Qualifizierung und bessere Vernetzung der regionalen Akteure.

Viele Ideen brachte das Handlungsfeld Versorgung, Mobilität und Daseinsvorsorge hervor. Insbesondere beschäftigte augenscheinlich viele Bürger die Verbesserungsbedürftigkeit des öffentlichen Nahverkehrs im Gebiet der Chiemgauer Seenplatte. Von E-Mobil-Flotte, entsprechenden Ladestationen bis Car-Sharing, von Rufbus bis Bürgerbus und Bürgertaxi gab es eine ganze Palette von Vorschlägen. Wohnen als Teil der lebensnotwendigen Daseinsvorsorge war ein weiteres Thema. Zum einen ging es bei den Vorschlägen um generationsübergreifende Wohnformen, zum anderen wollte man den Blick auf die Umnutzung bestehenden Wohnraums durch Ausbau und Umbau und die Stärkung der Innenentwicklung in den Ortszentren richten, um die Zersiedelung durch weitere Wohngebiete zu begrenzen, wenn auch deren Notwendigkeit durchaus gesehen wurde. In Bezug auf die Versorgung mit Energie wurde vorgeschlagen, ein regionales Energiekonzept zur Vernetzung der regional erzeugten Energie und zur Erschließung der Einsparpotentiale zu erstellen.

Bildunterschrift:
„Zukunftsforum“ hieß Arbeit an den Stellwänden zum Einbringen von Vorschlägen, aber auch viel Möglichkeit zum Gedankenaustausch
Foto/Text: Inge Graichen

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